Wie werde ich zum Liebling meiner Führungskraft?

Lieblingsfuehrungskraft

Wenn du auf dein Berufsleben zurückschaust, welche Glaubenssätze hattest du bisher? Nach welchen versteckten Mustern hast du gearbeitet, um anerkannt oder bestätigt zu werden? Wie bist du bisher vorgegangen, um der Liebling deiner Führungskraft zu werden?

Wir haben gelernt gehorsam zu sein, nicht einer höher gestellten Person zu widersprechen oder die Kompetenz dieser anzuzweifeln

Bisher lief es in Unternehmen doch genau so, dass die Lieblinge von der Führungskraft befördert oder anderweitig unterstützt wurden. Wenn wir ganz ehrlich zu uns sind, will doch jeder von seiner Führungskraft besonders gemocht werden. Die Sucht nach Anerkennung ist tief in uns verankert und lässt sich auch nicht abtrainieren. 

Aber wohin hat uns das gebracht? In eine Gesellschaft und Struktur bei der Innovation, Kreativität und Selbstführung nicht in den Top 10 der Kernkompetenz auftauchen.

Liebe Führungskräfte, wir haben selbst Schuld

Jahrzehntelang haben wir genau dieses Verhalten gefördert und damit für diesen Glaubenssatz gesorgt. Aber, es gibt Hoffnung. Das Bewusstsein, dass wir mehr Diversität brauchen wird immer stärker. Damit meine ich jedoch nicht nur mehr Frauen in den Teams, sondern vor allem mehr verschiedene Meinungen, Ansichten und auch Konflikte.

Wir müssen die Minderheiten stärker involvieren und zu Wort kommen lassen. 
Wir müssen unsere Ohren spitzen, wenn wir hören das es Widerstand und andere Meinungen gibt. 
Wir müssen dankbar sein, für die Meinungen der Minderheiten.

Der Liebling jeder Führungskraft sollte die Person sein, welche am wenigstens zustimmt. Es sollte die Person sein, welche am kritischsten denkt und der Meinung der Führungskraft widerspricht.

Jeder Mensch hat blinde Flecken und jede Führungskraft macht jeden Tag Fehler (auch wenn es die meisten nicht zugeben wollen). Deswegen ist es so wichtig, eine Rückversicherung im Team zu haben. Damit die eigenen blinden Flecken durch konstruktive Kritik des Teams ausgeglichen werden können.

Vor Allem aber, ist es wichtig eine Umgebung zu schaffen in der konstruktive Kritik, Anmerkungen und Widerstand nicht nur erwünscht sind, sondern aktiv gefördert werden

Es ist jedoch nicht nur wichtig, andere Meinungen und konstruktive Kritik aktiv zu fördern. Wir müssen auch genau hinschauen auf alle diejenigen die schweigen. Schweigen ist auch eine Form der Kommunikation und hat damit Konsequenzen. Menschen schweigen oft, anstatt ihre Meinung zu äußern. Zu oft wurden sie schon belehrt und ihre Meinung wurde als nicht wichtig erachtet. Das prägt jeden Menschen nachhaltig. Deswegen liebe Führungskräfte achtet auf die Teammitglieder die schweigen, die auf den ersten Blick keine Meinung haben. Mit Sicherheit haben sie eine Meinung, die euch und dem Ziel weiterhelfen kann.

Gerade in Krisenzeiten neigen wir dazu uns wieder nur mit Gleichgesinnten zu umgeben

Die Kommunikation ist oft leichter und Meinungsverschiedenheiten sind von vornherein ausgeschlossen. Dieses Phänomen ist mir besonders während meines MBAs aufgefallen. Wir waren eine Mischung aus deutschen und internationalen Studenten. Während bei lockeren Arbeitsaufträgen die Teams gemischt waren, gab es fast immer die gleichen Cluster, wenn es anstrengend und zeitkritisch wurde. In solchen Momenten hat man keine Energie für etwas Neues, sondern besinnt sich auf das altbewährte.

Zu viel Konsens verengt den Horizont

Dabei muss vor allem Entscheidungen mit langfristigen Konsequenzen von verschiedenen Richtungen her betrachtet werden. Wer immer nur nach Konsens sucht, verengt damit den geistigen Horizont. Führung darf nicht daraus bestehen den Status Quo am Leben zu erhalten. Führungskräfte müssen innovativ denken Personen sein. Sie müssen Zukunftsvisionen aufzeigen und ihr Team inspirieren dieser Vision zu folgen.

Wie kann ich aber als Mitarbeiter wirklich inspiriert sein, wenn ich immer nur brav abnicken soll?

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