Low Code FAQ

Low Code ist eine neue Technologie und es gibt noch relativ wenig Informationsmaterialien. Daher wollen wir hier mehr Informationen zu diesem spannenden Thema geben. 

Mit diesen FAQ beantworten wir die meist gestellten Fragen.

Low Code oder je nach Plattform auch No Code Umgebungen sind Plattformen, welche es ermöglichen, Applikationen zu entwickeln, ohne selbst programmieren zu müssen. Solche Applikationen können Smartphone-Apps sein oder Webapplikationen. Das Low steht in diesem Zusammenhang für die Programmierkenntnisse, welche benötigt werden, um die Applikation zu entwickeln.

Low Code ermöglicht es Applikation mit geringeren oder gar keinen Programmierkenntnissen zu entwickeln. Dadurch werden Projekte nicht länger gestoppt, nur weil es zu wenig SW-Entwickler gibt. Gleichzeitig wird die Entwicklungsgeschwindigkeit massiv erhöht. Der Grund dafür ist, dass nicht alles selbst mit viel Aufwand entwickelt werden muss. Viel mehr können Standardkomponenten wieder verwendet werden. Der Fokus liegt auf der Implementierung der Business-Logik. 
 
Insgesamt ist es für Unternehmen möglich, mit Low Code für weniger Budget in weniger Zeit mehr Produkte zu entwickeln.

Die Vision der Biberei ist es, Menschen und Unternehmen Mut für Digital zu machen. Unser Ansatz war es, von Anfang an Softwareentwicklung schneller und einfacher zu gestalten mit der Hilfe von Standardkomponenten. Unser Ziel ist es, unseren Kunden zu helfen, Ihre Projekte umsetzen und dauerhaft selbst weiterzuentwickeln. Low Code Plattformen unterstützen unsere Vision.

Der größte Unterschied ist, dass wir ausschließlich mit Standardkomponenten arbeiten, wenn diese vorhanden sind. Mit anderen Worten wir entwickeln keine nativen Apps, wenn es dafür keinen Grund gibt. Wir entwickeln keine Marktplatzplattform, wenn es dafür bestehende Lösungen gibt. Es geht uns nicht darum, die maximale Anzahl an Entwicklungsstunden zu verkaufen. Unser Ziel ist es, Menschen davon zu überzeugen, dass Softwareentwicklung einfacher und schneller gehen muss. Wir wollen unsere Kunden dazu befähigen, digitale Produkte zu entwickeln, ohne jahrelange Entwicklung.

Unsere Plattform für die Webentwicklung ist Bubble. Mit dieser Plattform können wir eine sehr große Anzahl an Webapplikationen entwickeln. Es ist ebenfalls möglich responsive Mobile Applikationen entwickeln. 

Für native Appentwicklung nutzen wir Appgyver und Adalo. Daneben nutzen wir 3rd Party Plugins für Zahlungsdienste oder Suchmöglichkeiten.

Hier unterschieden sich die Plattformen sehr stark. Es gibt Plattformen, welche höhere monatliche Kosten haben, dafür jedoch eine unbegrenzte Anzahl an Applikationen. Diese Plattformen eigenen sich vor allem für Unternehmen, welche sehr viele Applikationen mit dieser Low Code Plattform entwickeln wollen. Für einzelne Apps gibt es deutlich günstigere Lösungen. 

Die Plattformen, mit denen wir arbeiten kosten, 30 – 150 € im Monat. Der Preis inkludiert alle Kosten für Hosting, Weiterentwicklung und Lizenzen. Je nach Applikation können noch weitere Kosten anfallen beispielsweise für Zahlungsdienstleister.

Die Vielzahl an Anwendungsbeispielen, welche mit Low Code entwickelt werden können, sind unendlich. Ich würde sagen, dass ich bisher keine Softwareidee gesehen habe, welche nicht mit Low Code abgebildet werden konnte. 

Die einzigen Schwierigkeiten sehe ich bei Applikationen, welche offline funktionieren müssen. Weiterhin sind Applikationen, welche nicht auf einem Endgerät wie Laptop oder Smartphone funktionieren müssen schwierig. Das trifft vor allem den Bereich Embedded SW-Entwicklung im IoT Bereich. Allerdings kann die Applikation für den End-User wiederum mit Low Code entwickelt werden. 

Eine weitere Einschränkung sehe ich in Situationen in denen hohe Datenmengen in kurzer Zeit verarbeitet werden müssen. Hier gibt es jedoch auch Lösungen und Möglichkeiten.

Wir übertragen die Rechte der Anwendung auf den Kunden. Der Kunde kann dann selbstständig weiterentwickeln. Anschließend gibt es zwei Möglichkeiten für die Weiterentwicklung der Applikation:

  1. Wir bilden Mitarbeiter unseres Kunden in der Verwendung der jeweiligen Low Code Plattform aus.
  2. Wir bieten Support/Erweiterungen gegen Stunden-Abrechnung an.

Der Betrieb und die technische Lauffähigkeit der Anwendung wird von Bubble sichergestellt.

Am Ende der Entwicklung übergeben wir die Rechte der Anwendung an unseren Kunden. Anschließend können wir, falls gewünscht über einen Agenturaccount einen Zugriff auf die Applikation behalten für etwaige Weiterentwicklungen. Es kann aber eingestellt werden, dass wir noch dedizierten Zugriff haben und keine Daten in der Datenbank sehen.

Das Design, die Workflows und die Daten gehören dem Nutzer der Low Code Plattform, also Ihnen. Die Low Code Plattform behält die IP an der nicht-App-spezifische Anwendung.

Die Daten der Anwendung gehören ausschließlich dem Nutzer der Low Code Plattform. Mit anderen Worten unseren Kunden. Bei der Entwicklung der Applikation kann ausgewählt werden, welche Datenbank verwendet wird. Standardmäßig wird die entsprechende Low Code Plattform Datenbank verwendet. Es ist jedoch möglich, eigene Datenbanken zu verwenden.

Nein, die Applikation kann nicht auf eine andere Low Code Plattform umgezogen werden. Das ist der einzige Nachteil von Low Code Applikationen. Es ist möglich die Daten entweder zu exportieren oder eine eigene Datenbank zu verwenden. Somit ist immer gesichert, dass die Daten unabhängig von der Low Code Plattform genutzt werden kann. 

Das klingt zunächst dramatischer als es ist. Die Plattformen, mit denen wir zusammen arbeiten sind, bereits seit einigen Jahren am Markt und haben beispielsweise schon über 700.000 Applikationen unterstützt. Es besteht daher nicht die Gefahr, dass eine Plattform von heute auf Morgen nicht mehr vorhanden ist.

Die Low Code Plattformen, mit denen wir zusammen arbeiten sind für skalierfähige Lösungen entwickelt worden. Es ist daher überhaupt kein Problem beispielsweise 30.000 aktive User zu haben. Es gibt genug Beispiele von sehr erfolgreichen Unternehmen, welche die Softwareapplikation ausschließlich mit Low Code entwickelt haben.

Wie bei jeder Lösung gibt es nicht nur Vorteile, sondern auch Nachteile. Aktuell sehen zwei Nachteile. 

  1. Der Code kann nicht exportiert werden. Die Applikation funktioniert nur mit der entsprechenden Low Code Plattform. Es ist nicht möglich (zumindest nicht mit den Plattformen, welche wir nutzen) die Anwendung von eine Plattform auf eine andere zu übertragen. Es ist jedoch möglich die Daten zu exportieren bzw. eine eigene Datenbank zu verwenden. Das ist jedoch immer ein Problem, sobald Drittkomponenten verwendet werden. Wenn beispielsweise eine Applikation Cloud Services nutzt, könne diese auch nicht ohne Aufwand ausgetauscht werden. 

 

  1. Entwickler können nicht in die Applikation “rein schauen”. Da der Code nicht selbst geschrieben wird, muss auf die Low Code Plattform vertraut werden. Dieses Problem besteht jedoch auch wieder, sobald Drittkomponenten verwendet werden. Sicherheit gibt, dass die Plattform zeigt wie viele andere Kunden erfolgreich die Plattform bereit genutzt haben.

Die Low Code Plattformen und auch wir haben uns viele Gedanken zum Thema Datenschutz gemacht. Grundsätzlich muss zunächst betrachtet werden, ob es sich um personenbezogene Daten handelt. Weiterhin muss beleuchtet werden, ob es sich um besonders schützenswerte Daten handelt. Eine Reihe an Datenschutzanforderungen können mit der Art und Weise wie die Applikation aufgebaut ist, abgedeckt werden. Zusätzlich hilft ein Data Processing Agreement, um die Applikation auf amerikanischen Servern betreiben zu können. Es kommt auf den jeweiligen Anwendungsfall an, aber es ist durchaus möglich ohne große Komplikationen Low Code Applikationen datenschutzkonform zu entwickeln.

Die meisten Anforderungen haben viel mehr mit der Architektur der Anwendung zu tun und sind auch bei hard code Entwicklungen zu berücksichtigen.

Hier kommt es darauf an, welche Low Code Plattform verwendet wird. Bubble beispielsweise bietet eine ausgezeichnete Möglichkeit über APIs mit anderen Systemen zu interagieren. Dabei können externe APIs benutzt werden, aber auch die Applikation kann über eine API aufgerufen werden.

Die Antwort hierzu ist ebenfalls stark abhängig, welche Low Code Plattform verwendet wird. Die Plattformen, welche wir verwenden haben, eine sehr große Auswahl an 3rd Party Integrationen. Vom Social Login angefangen bis zu Zahlungsdiensten. Je nach Anwendungsfall kann die Integrationsmöglichkeit im Vorfeld geprüft werden.

Die meisten Low Code Plattformen bieten bereits ein sehr gutes Usermanagement an. Das inkludiert alle Standardfunktionalitäten. Außerdem ist es möglich über OAuth2 andere Identity Provider wie zum Beispiel Google, Facebook oder LinkedIn einzubinden.

Low Code Plattformen sind in anderen Ländern wie beispielsweise der USA schon viel bekannter, als in Deutschland. Die Idee Softwareapplikationen ohne Programmierung zu entwickeln gibt es schon seit mehreren Jahren. Ein Grund für die geringere Nutzung ist das fehlende Bewusstsein über die Möglichkeiten. Wir waren selbst jahrelang in der SW-Entwicklungsbranche unterwegs und haben es nur durch Zufall wirklich mitbekommen und das Potenzial erkannt. 

Ein anderes Problem ist auch, dass viele SW-Entwickler oder auch SW-Dienstleister eine Gefahr für sich sehen. Wenn zukünftig Applikation selbst entwickeln werden können, hat das ggf. Auswirkungen auf ihren Umsatz.