No Code Platform
26.01.2022
Sarah Berger

Was ist bubble.io

Alles was du über Bubble.io wissen musst

Was ist Bubble.io?

Bubble.io ist ein amerikanisches Unternehmen, welches eine No-Code Plattform als SaaS anbietet. Es wurde 2012 gegründet und hat den Unternehmenssitz in New York. Bubble.io hat nach einer Aussage mehr als eine Million Nutzer und fast genauso viele Applikationen auf ihrer Plattform. In verschiedenen Investmentrunden konnte das Unternehmen bereits mehr als 100 Millionen US-Dollar Investment bekommen. Es ist damit sicherlich kein kleines Unternehmen, welches gerade erst gegründet wurde.

Webapplikationen mit WYSIWYG ("What you see is what you get") - Editor entwickeln

Es ist mit Bubble.io möglich komplette Applikationen ohne eine Zeile Code zu entwickeln. Weiterhin bietet dir Bubble.io alle Komponenten, welche du für deine Applikation benötigst. Du bekommst eine integrierte Datenbank, Workflows für die Businesslogik und die Möglichkeit ein Userinterface zu entwickeln.

Ein Vergleich mit dem 3-Schichten-Modell der klassischen Softwareentwicklung zeigt, dass für die Entwicklungen von einfachen Applikationen keine zusätzlichen Tools notwendig sind. Anders als bei anderen No-Code oder Low-Code Architekturen werden keine weiteren Drittsysteme (z.B. Airtable, Integromat, Memberstack) benötigt.

Bubble.io Architektur am Beispiel vom 3-Schichten-Modell

Diese einfachere No-Code Architektur hat einige Vorteile. Du reduzierst die Komplexität deiner Anwendung bei der initialen Entwicklung, als auch im laufenden Support. Zusätzlich kann es langfristig teurer werden, wenn du eine Vielzahl an unterschiedlichen Systemen bezahlen musst.

Hohe Flexibilität und steile Lernkurve

Zugegeben, der Anfang in Bubble.io kann frustrierend sein. Man startet mit einer leeren Seite und füllt sich teilweise überfordert. Der Vorteil dieser No Code Plattform ist, dass es dir sehr viel Flexibilität ermöglicht. Du kannst verschiedene Elemente komplett frei gestalten und so anpassen, wie du es für deine Applikation benötigst. Allerdings ist die Lernkurve sehr steil. Es ist keine Seltenheit, dass du oft Monate brauchst, bevor du das System wirklich verstanden hast. Ich kenne einige Anwender, welche monatelang an ihrer Applikation entwickelt haben.

Grundsätzlich fällt es Usern mit Vorkenntnisse im Bereich SW-Entwicklung oder allgemeinen IT-Kenntnissen deutlich leichter. Wenn du bereits Erfahrungen mit JavaScript hast, wirst du viele Begriffe wiedererkennen und einige Methoden werden dir vertraut sein.

Der große Vorteil von Bubble.io - die Integrationsmöglichkeiten

Im vorherigen Abschnitt hatte ich erwähnt, dass du mit Bubble.io keine Drittsysteme benötigst für die Entwicklung der Grundfunktionen. Allerdings kannst du sehr einfach andere Systeme integrieren oder selbst deine eigene Anwendung in Drittsysteme integrieren. Bubble.io ist ein sehr offenes System, welches Integrationen über Standardschnittstellen wie Rest oder GraphQL problemlos zulässt.

Gleichzeitig, kannst du deine eigenen API-Endpunkte mit Bubble.io erstellen. Hierbei gibt es zwei verschiedene Möglichkeiten (Daten-API und die Workflow-API). Damit kannst du es Drittsysteme erlauben CRUD-Operationen auf deine Datentypen zu erlauben oder auch Workflows extern anzusteuern. Damit lassen sehr gut Automatisierungen und auch komplexe Vorgänge durchführen.

Was sind Bubble Templates und Plug-ins?

Wenn du mit deiner Applikation nicht bei null starten möchtest, kannst du die viele Templates von Bubble nutzen. Auf dem Bubble Marktplatz werden viele verschiedene Templates kostenfrei oder gegen eine geringe Gebühr angeboten. Allerdings bieten Templates oftmals nur grafische Komponenten an und wenig Logik. Das liegt daran, dass die Logik sehr anwendungsspezifisch ist und Backend-Workflows leider nicht als Template angeboten werden können.

Templates können sehr hilfreich sein oder eine komplette Zeitverschwendung. Wenn du keine Erfahrungen mit Bubble hast, wirst du dich wahrscheinlich auch mit einem Template schwertun. Für die Einarbeitung oder zum Ausprobieren können Templates jedoch sehr helfen.

Wir haben selbst Templates entwickelt, schau doch mal rein.

Plug-ins sind Erweiterungen für deine Anwendung. Du hast die Möglichkeit eigenen Softwarecode in deine Anwendung zu integrieren. Diese Integration funktioniert meist über Plug-ins. Es gibt sehr viele verschiedene Plug-ins, beispielsweise für die Stripe Integration, QR-Code Generatoren, Spotify und vieles mehr. Die Plug-ins können entweder nur API-Requests enthalten oder ausgefeilte Softwarelogik. Ebenfalls ist es möglich JavaScript Libraries über Plug-ins zu integrieren. Beispielsweise, wenn du besondere Charts integrieren und anpassen möchtest.

Wie bei den Templates auch können Plug-ins dir sehr helfen oder ins Chaos stürzen. Wir nutzen nur ausgewählte Plug-ins und entwickeln viele private Plug-ins, welche nur für eigene Projekte genutzt werden. Zum einen können viele zahlungspflichtige Plug-ins selbst in kurzer Zeit entwickelt werden. Zum anderen besteht immer eine Abhängigkeit zum Plug-in Entwickler.

Du solltest immer nur die Plug-ins installieren, welche du auch verwendest. Zu viele Plug-ins können zu einer schlechteren Performance deiner Applikation führen.

Was ist mit dem Thema Datenschutz?

Das Thema Datenschutz hat gerade für europäische Kunden eine sehr hohe Priorität. Bubble.io ist ein amerikanisches Unternehmen. Das komplette Hosting vom Editor, aber auch von den entwickelten Applikationen erfolgt über AWS in den USA (Stand Jan 2022). In einigen Situationen ist es jedoch zwingend erforderlich, dass die Daten auf europäischen oder deutschen Server gehostet werden müssen. Bubble.io bietet die Möglichkeit an eigene Serverinstanzen betreiben zu können. Damit ist es beispielsweise möglich einen AWS-Server in Frankfurt zu nutzen. Allerdings sind hier die Kosten sehr hoch.

Alternativ kann mit Bubble.io ein DPA (Data Processing Agreement) unterzeichnet werden. In diesem DPA sichern sie nach eigenen Angaben zu GDPR (Datenschutz) compliant zu sein.

Es ist jedoch auch möglich, eine externe Datenbank zu verwenden. Hier kann ebenfalls eine SaaS-Datenbank genutzt werden, welche jedoch in Europa gehostet wird. Eine andere Möglichkeit ist es ein open-source headless CMS zu verwenden.

Wir haben uns sehr viel und lange mit dem Thema beschäftigt, sprich uns gerne an, solltest du eine Low Code Architektur benötigen, welche in Deutschland gehostet ist.

Was kann ich mit Bubble.io entwickeln?

Durch die Flexibilität kannst du im Prinzip jede Art von Webapplikationen entwickeln. Es ist allerdings auch möglich mobile Apps oder PWAs zu entwickeln. Der Hauptfokus von Bubble.io sind jedoch Webapplikationen.

Konkrete Bubble.io Beispiele findest du bei unseren Referenzen.

Marktplätze und Plattformen jeglicher Art

Marktplätze oder Plattformen mit verschiedenen Teilnehmern sind perfekte Anwendungsfälle für No Code im Allgemeinen und für Bubble.io ganz besonders. Es ist überhaupt kein Problem Userobjekte zu modellieren, Berechtigungen zu vergeben oder das Standardusermanagement zu verwenden. Die grundlegenden Funktionen sind im Prinzip schon da und können verwendet werden. Egal, ob es sich um klassische Marktplätze oder spezielle Plattformen handelt, Bubble.io bietet dir genug Möglichkeiten, die Funktionen umzusetzen.

Für einen unserer Kunden haben wir einen speziellen Marktplatz für Computerchips entwickelt. Die Anforderungen hierbei waren sehr individuell und konnten alle mit Bubble.io innerhalb von wenigen Wochen umgesetzt werden.

Interne Unternehmensapplikationen

Oftmals entsteht der Eindruck, dass No Code oder Low Code nur für externe Softwareapplikationen oder Start-ups ist. Das ist überhaupt nicht der Fall. Mit No Code und Low Code kannst du ebenfalls interne Unternehmensapplikationen entwickeln.

Meiner Meinung nach kann Low Code sehr viele Probleme lösen, welche Unternehmen bei ihren Digitalisierungsvorhaben haben. Das gilt vor allem für mittelständische Unternehmen. Oftmals ist die Entwicklung einer individuellen Softwareapplikation viel zu teuer und damit nicht rentabel. Die Nutzung von SaaS-Lösungen ist allerdings auch nicht immer die Lösung. Das Resultat daraus sind ineffiziente Prozesse und fehlende Automatisierung.

Daher unterstützen wir vor allem mittelständische Unternehmen bei der Entwicklung von Individualsoftware mit Low Code. Sprich uns gerne an, wir haben bereits einige Unternehmensapplikationen entwickelt und sie mit internen Systemen integriert.

Automatisierung von Prozessen und Workflows

Wie bereits beschrieben ist Bubble.io besonders gut geeignet, wenn du verschiedene APIs integrieren möchtest. Mithilfe von API-Requests, Webhooks und internen Workflows kannst du deine Prozesse oder Workflows automatisieren. Das spart Zeit und damit viel Geld. Wir haben selbst für unsere internen Prozesse Bubble.io als Automatisierungsinstrument genutzt.

Bubble.io als Backendsystem

Manchmal passen die No Code Plattformen nicht für jeden Anwendungsfall. Das ist jedoch kein Problem. Es ist beispielsweise möglich, Bubble.io als Backendsystem zu verwenden. Das bedeutet, dass die Datenhaltung, Workflows und Usermanagement von Bubble.io genutzt werden, dein Interface jedoch komplett flexibel ist. Das ist besonders geeignet, wenn z.B. Adalo oder Appgyver für die Entwicklung von mobilen Apps benutzen möchtest. Alternativ kannst du das Interface auch selbst mit Vue oder React entwickeln, um noch flexibler zu sein.

Wir haben bereits sehr viele Blogbeiträge und YouTube Videos dazu erstellt. Hier findest du eine kleine Auswahl:

Bubble.io als Backendsystem

Bubble & Adalo Integration

How to use data outside your bubble.io application

Was kann ich mit Bubble.io (standardmäßig) nicht entwickeln?

Jede Technologie hat Vor-und Nachteile. Das Ziel von Low Code und No Code ist es auch nicht, dass jeder Anwendungsfall mit einer Plattform entwickelt werden kann. Viel mehr geht es darum, dass die Softwareentwicklung einfacher und effizienter wird. Dabei gilt es zu überlegen, welche Komponenten mit No Code oder Low Code ersetzt werden können.

Dabei gibt es spezielle Anwendungsfälle, bei denen eine Integration von Drittsystemen (Cloud-Services, Custom Code, etc.) benötigt wird. Die Standardlösung von Bubble.io ist in diesen Fällen nicht ausreichend.

Applikationen mit einer rechenintensiven Berechnungen

Je nach Anwendungsfall gibt es sehr rechenintensive Berechnungen. Damit sind jedoch keine aufwendigen Workflows gemeint. Viel mehr meinen wir damit selbstentwickelte Algorithmen. Ein konkretes Beispiel hatte unsere Kunde Variate energy. Das Unternehmen hat einen Algorithmus entwickelt für die Risikoberechnung von erneuerbaren Energien.

Diesen Algorithmus konnten und wollten wir nicht in Bubble entwickeln. Der Algorithmus läuft auf einer eigenen AWS Infrastruktur. Alle anderen Grundfunktionalitäten jedoch wurden direkt mit Bubble entwickelt.

Dadurch konnte die Softwareentwicklung beschleunigt  und trotzdem alle Funktionalitäten abgedeckt werden.

Applikationen mit hohem Speicherbedarf

Die Preisgestaltung der meisten No Code und Low Code Plattformen beinhaltet eine Speicherlimitierung. Bei Applikationen mit einem hohen Speicherbedarf werde schnell höhere Pläne erforderlich. Mit anderen Worten - es kann schnell ziemlich teuer werden.

Allerdings müssen Dateien mit einem hohen Speicherbedarf (z.B. Audio, Bilddateien) nicht in der Bubble.io Datenbank gespeichert werden. Viel mehr ist es möglich externe Dienste wie den AWS S3 Speicher zu integrieren.

Dadurch sind die Kosten geringer und die Dateien können unabhängig von Bubble.io gespeichert werden. Beispielsweise, wenn die Dateien in Deutschland gehostet werden sollen.

Mit Product-P unserem online Transkribierservice haben wir genau diese Architektur umgesetzt. Alle Grundfunktionen sind mit Bubble.io entwickelt. Der Transkribierservice ist von AWS und die Audiodateien werden im S3 Bucket gespeichert.

Probier jetzt Product - P aus.

Du kannst noch viele weitere AWS Service mit No Code Plattformen integrieren. Hierzu haben wir schon einige Blogbeiträge und Anleitungen geschrieben:

Blueprint Architektur AWS und Bubble.io

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